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PASCH-Alumni im Porträt: Imam Rahmansyah

Imam Rahmansyah Früher habe ich mir niemals vorgestellt, dass ich mal ins Ausland fliegen könnte. Und jetzt muss ich sagen, dass Deutschland meine zweite Heimat ist. Deutsch spielt eine sehr große Rolle in meinem Leben und hat mir viel Glück gebracht. Ich möchte gerne meine Erfahrungen mit euch teilen.

Meine frühere Schule heißt SMA Negeri 3 Tasikmalaya und ist eine PASCH-Schule. Sie liegt auf der Insel Java in Indonesien. An dieser Schule habe ich angefangen, Deutsch zu lernen. Als ich 2010 drei Wochen an einem Jugendkurs in Freiburg teilgenommen habe, bin ich zum ersten Mal nach Deutschland gekommen. Ich hatte durch die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) ein Stipendium erhalten.

Mein Traum beginnt in Freiburg

Der Kurs fand im Goethe-Institut Freiburg statt. Dort habe ich die Deutschklasse für das Sprachniveau A2 besucht. In Freiburg waren wir 63 Jugendliche aus acht Ländern. Wir haben in einer Jugendherberge gewohnt und fünf Betreuer haben uns während des Kurses begleitet. Wir haben nicht nur Deutsch gelernt, sondern auch die Kultur näher erlebt und das Land kennengelernt.

 

Ich muss sagen, dass die Zeit im Jugendkurs eine der schönsten in meines Leben war. Die ausländischen Freunde, die ich dort kennengelernt habe, werden immer ein Teil meines Lebens bleiben. Mir haben die Methoden im Unterricht auch ganz besonders gefallen. Wir waren hier aufgefordert, in der Klasse ganz aktiv zu sein. Der Kurs war eine unvergessliche Erfahrung. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich in dieses Land verliebt.

Zurück nach Deutschland

Seither habe ich davon geträumt, an einer deutschen Universität zu studieren. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich im Ausland studieren kann. Ich komme nur aus dem einem kleinen Dorf. Außerdem konnten meine Eltern die Kosten für ein Studium in Deutschland nicht tragen. Ich war aber nicht hoffnungslos. Ich habe nach einem Programm gesucht, das mich nach Deutschland zurückbringen konnte. Dann habe ich erfahren, dass man als Au-pair bei einer deutschen Familie wohnen kann. Ich habe versucht, an einem Au-pair-Programm teilzunehmen. Und ich habe eine Familie gefunden, die bereit war, mich nach Deutschland einzuladen.

Ein Jahr lang habe ich bei Familie Schüller in München gewohnt und meine Hauptaufgabe war die Betreuung ihrer Kinder. Außerdem habe ich den Haushalt gemacht. Während ich als Au-pair tätig war, habe ich Taschengeld bekommen. Und ich habe es gespart.

Da meine Aufenthaltserlaubnis nur ein Jahr gültig war, musste ich danach ein neues Visum beantragen. Zum Glück habe ich dann wieder eine Gastfamilie gefunden, die mich unterstützt hat. Ich habe mich um die Kinder der Familie gekümmert und so das Geld für meinen weiteren Aufenthalt verdient. Gleichzeitig habe ich einen Deutschkurs besucht.

Mein Weg führt nach Berlin

Mein Zeugnis aus Indonesien berechtigte mich nicht direkt zum Studium an der Uni in Deutschland. Daher musste ich zuerst ein Studienkolleg besuchen. Ich habe mich um einen Platz in München beworben. Aber leider wurde ich zweimal abgelehnt. Ich war damals ganz verzweifelt. Endlich konnte ich mich dann dazu entscheiden, auch den Aufnahmetest des Studienkollegs in Berlin zu machen. Ich habe bestanden und wurde am Studienkolleg der Freien Universität Berlin aufgenommen.

Aber das hieß, dass ich nach Berlin umziehen musste. Ich musste alles wieder von vorne anfangen: eine Arbeit suchen und eine Wohnung mieten. Meinen Aufenthalt in Deutschland finanziere ich selbst. Ich musste alle entstehenden Kosten selbst tragen.

Zum Glück habe ich viele nette Freunde in Berlin, die mir viel geholfen haben. Ich habe mir mit drei anderen indonesischen Studenten eine Wohnung geteilt und als Zeitungszusteller gearbeitet. Die Arbeit beginnt sehr früh morgens: von 3 Uhr bis 6 Uhr. Danach habe ich von 8 Uhr bis zum Nachmittag das Kolleg besucht.

Die Tage waren mit viel Arbeit und Lernen ausgefüllt. Nach einem Jahr am Kolleg habe ich die Feststellungsprüfung geschrieben und sie erfolgreich bestanden. Damit konnte ich mich für das Studium an einer deutschen Uni bewerben.

Das Studium steht vor der Tür

Ich habe mich an mehreren Unis um einen Studienplatz beworben und einen Zulassungsbescheid von der Freien Universität Berlin bekommen. Ich konnte es kaum glauben. Die Freie Universität gehört zu einer der besten Universitäten in Deutschland. Ab diesem Wintersemester studiere ich Publizistik und Kommunikationswissenschaft.

Jetzt geht mein Wunsch in Erfüllung. Das Studium steht vor der Tür. Es ist für mich noch schwierig zu glauben, dass ich meinen Traum realisiert habe. Es gibt bestimmt viele Wege, die eigenen Träume zu verwirklichen. Wenn man will, sucht man sich seinen Weg. Schon vor langer Zeit habe ich davon geträumt, in Deutschland zu studieren. Jetzt spreche ich jeden Tag Deutsch. Ich kann wohl sagen: Deutschland hat mein Herz gestohlen.

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