PASCH-Alumni

PASCH-Alumni im Porträt: Salim Atakhanov

Salim Atakhanov
Mein Name ist Salim Atakhanov. Ich habe an einer PASCH-Schule in Usbekistan das DSD II erworben und studiere heute Biotechnologie an der Zhejiang Normal Universität in China. Derzeit bin ich mit einem Vollstipendium für ein Auslandssemester an der Universität Hamburg.


Deutsch war mir in der Schule sehr wichtig. Von klein auf träumte ich vom studentischen Leben in Deutschland. Dafür ist die deutsche Sprache natürlich Voraussetzung. Deshalb begann ich eifrig, Deutsch zu lernen. Später besuchte ich den Deutschunterricht am Akademischen Lyzeum Nr. 2 bei der Weltsprachenuniversität Taschkent. Diese PASCH-Schule wird von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreut.

Dort begann ich, mich auf das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz - Zweite Stufe (DSD II) vorzubereiten. Zu dieser Zeit lernte ich schon seit einigen Jahren Chinesisch. Die Prüfungen für das DSD II und die Prüfung „Chinesisch als Fremdsprache“ fanden fast zeitgleich statt. Innerhalb von nur einer Woche musste ich zwei für mich gleich wichtige Prüfungen bestehen. Ich stand unter großem Zeitdruck. Trotzdem setzte ich mir zum Ziel, beide Prüfungen erfolgreich abzulegen. Und ich habe es geschafft. Ich habe zwei Prüfungen souverän bestanden. Damit konnte ich mich auf das Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für ein Studium in Deutschland bewerben.

Erfolgreiches Studium auch ohne Stipendium aus Deutschland

Ich wollte Biotechnologie studieren, weil diese Wissenschaft zur Heilung von Krankheiten wie Diabetes, Alzheimer oder Krebs beiträgt. Es gab sehr viele Bewerbungen auf das DAAD-Stipendium, deshalb recherchierte ich auch noch nach einem Stipendium in China. Ich erzählte niemandem davon, nicht einmal meinen Eltern. Nach einem Monat teilte mir der DAAD mit, dass ich den Stipendienplatz nur knapp verfehlt hätte. Die Konkurrenz war zu stark. Ich hatte mit einer Zusage gerechnet und meine Enttäuschung war groß.

Im Nachhinein war ich froh, mich auch um ein Stipendium in China bemüht zu haben. Denn ich erhielt eine Zusage – sogar von zwei chinesischen Universitäten. Für meine Eltern war das eine große Überraschung. Jetzt studiere ich Biotechnologie an der Zhejiang Normal Universität in der Stadt Jinhua in China. Ich habe mein erstes Studienjahr auf Chinesisch als einer der besten ausländischen Studierenden meines Jahrganges abgeschlossen, wofür ich mit einem neuen Stipendium der Zhejiang Provinz für das nächste Studienjahr ausgezeichnet wurde.

Mit der richtigen Einstellung zur Erfüllung meines Kindheitstraumes

Dank meiner Zeit an meiner PASCH-Schule habe ich nicht nur die deutsche Sprache erlernt, sondern auch verstanden, dass Wissen nicht nur dazu dient, einfach konsumiert und verarbeitet zu werden, sondern auch, um uns Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorzubereiten und uns als Menschen zu prägen. Am Akademischen Lyzeum Nr. 2 bei der Weltsprachenuniversität Taschkent wurde der Grundstein für meine internationale Ausbildung gelegt.

Mit meinen 20 Jahren habe ich mittlerweile fünf Stipendien erhalten: zwei Vollstipendien für das vierjährige Biotechnologie-Studium an zwei chinesischen Hochschulen, ein Stipendium für das Weiterstudium an der Zhejiang Normal Universität als exzellenter Studierender, ein anderes Stipendium im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach 2016 zum Thema „Neue Auffklärung im Gesundheitssystem“ in Österreich und ein fünftes Stipendium für einen einsemestrigen Studienaufenthalt an der Universität Hamburg mit anschließendem Berufspraktikum. Dieses werde ich als erster ausländischer Studierender meiner Universität machen. Ich bin meinem Kindheitstraum, Deutschland hautnah kennen zu lernen, also zum Greifen nahe gekommen.

Neben den Erfahrungen, die ich bei meinen verschiedenen Praktika im Bereich der industriellen und medizinischen Biotechnologie in Usbekistan gesammelt habe, spreche ich auch gutes Englisch und Chinesisch, fließend Deutsch und als Muttersprache Russisch und Usbekisch. Ich bin überzeugt, dass ich mein Studium mit meiner Entschlossenheit und Zielstrebigkeit auch auf Chinesisch erfolgreich abschließen und eine internationale Karriere beginnen werde. Ich werde mir alle Mühe geben, zu zeigen, dass usbekische Jugendliche weltweit mithalten und erfolgreich sein können. Mit meiner Geschichte möchte ich aber auch dazu motivieren, sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen – setzt euch Ziele und gebt niemals auf! 
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