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Auf deutschen Spuren in Togo

Vor dem Denkmal von August Wicke, dem ersten deutschen Regierungsarzt in Togo | © Goethe-Institut Lomé
PASCH-Schülerinnen und -Schüler aus Benin und Togo sind gemeinsam auf Spurensuche zur deutschen Kolonialzeit gegangen. Welche Einflüsse hatte und hat die Zeit auf das westafrikanische Land?


Am 5. Juli 1884 schloss der deutsche Generalkonsul Dr. Gustav Nachtigal mit Mlapa III, König von Togoville den Protektoratsvertrag ab. 30 Jahre lang war Deutschland Kolonialmacht im heutigen Togo. Mit vielen Fragen und erstem Wissen aus dem Schulunterricht ging es für die 18 Schülerinnen und Schüler nach einem Auftakt-Workshop am Goethe-Institut Lomé vom 27. Juni bis 2. Juli 2016 auf Studienreise. 

Sie vertraten die vier PASCH-Schulen Benin und Togos, das Lycée Behanzin in Porto Novo, das Lycée du 2 Février in Lomé, das Collège Saint Joseph in Lomé und das Lycée Moderne de Sokode. Dr. Kokou Azamede, Dozent an der Universität Lomé, die beiden Deutschlehrkräfte Justin Katin und Justine Landoukpo, Expertin für Unterricht Eva Hamann und ihre Assistentin, sowie Kulturweit-Freiwillige am Goethe-Institut Lomé begleiteten die Schülerinnen und Schüler.

Die besuchten Erinnerungsorte

Am Gedenkstein vor dem Sklavenhaus in Agbodrafo | © Goethe-Institut Lomé

Der erste Stopp der Exkursion führte nach Kpalimé und zur Misahöhle. Dort lernte die Gruppe die 85-jährige Eugenia Smend kennen, Enkelin des deutschen Leutnants Julius Smend, die ihnen von ihrer Familiengeschichte erzählte. Auf der Fahrt nach Atakpamé besuchten die Schülerinnen und Schüler die ehemalige Funkstation Kamina, die der Kommunikation nach Deutschland und zu den anderen deutschen Kolonien diente. Unter anderem besuchte die Gruppe auch ein Denkmal in Wahala, das an die  Schlacht zwischen den Deutschen und den alliierten Mächten Frankreichs und Großbritanniens zwischen dem 21. und 23. August 1914 erinnert.

Unterwegs kreuzte der Weg immer wieder die zur deutschen Kolonialzeit gebauten Eisenbahnlinien. Diese liegen nun größtenteils still, doch sind ihre Schienen ein Überbleibsel vergangener Handelsgeschichten. Der Weg führte auch an vielen zur deutschen Kolonialzeit eingeführten Bäumen und Pflanzen vorbei. Hierzu zählen unter anderem die Baumwollfelder, die Teakbäume, Edelmangobäume, Palmen und der indische Mandelbaum.

Im Museum von Togoville | © Goethe-Institut Lomé

In Aného und Umgebung sind zahlreiche Gebäude aus der Kolonialzeit zu finden, so auch das erste Krankenhaus und eine Schule, welche bis heute noch als solche fungiert. Die Schülerinnen und Schüler besuchten auch Museen, um beispielsweise die Geschichte der Königsfamilie kennenzulernen. Im Sklavenhaus in Agbodrafo war es möglich, in den nur 1,5 m hohen Kellerraum zu gehen, in dem die Sklaven wohnen mussten.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte

Zurück am Goethe-Institut in Lomé fanden die Schülerinnen und Schüler noch genügend Ruhe, um ihre Gedanken zu dem neu Erlebten und Gelernten in Gedichten und Texten niederzuschreiben.

Die Reisegruppe | © Goethe-Institut Lomé

Durch die Textarbeit, die Vorträge und den Austausch mit deutschen Mitreisenden konnten die Schülerinnen und Schüler ihre deutschen Sprachkenntnisse während der gesamten Exkursion erweitern. Im Mittelpunkt stand, Neues über die Geschichte des eigenen Landes bzw. des Nachbarlandes zu lernen, die Orte zu besuchen, die geschichtsträchtig sind, die Geschichte aufzuarbeiten, Spuren zu besuchen und so die Geschichte und Kultur besser zu verstehen. Während der gesamten Zeit haben alle Exkursionsteilnehmenden viel miteinander gesungen, gelacht und neue Freundschaften geschlossen.
Datum: 27.6. bis 2.7.2016
Eva Hamann
Expertin für Unterricht am Goethe-Institut Lomé
Christiane Böker
kulturweit-Freiwillige
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