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Bulgarische DSD-Schüler zu Besuch beim Donaujugendcamp in Ulm

Abschlusspräsentation Donaujugendcamp | © Eva Zick Vom 30. Juni bis 16. Juli 2016 fand im baden-württembergischen Ulm das Donaujugendcamp statt, das traditionell alle zwei Jahre in Kooperation mit dem Donaufest veranstaltet wird.

Zum zweiten Mal waren in diesem Jahr auch viele Schülerinnen und Schüler von DSD-Schulen zahlreicher Donau-Anrainerstaaten mit dabei, die sich beim Projekt DON@AU-online engagiert hatten. Das Online-Projekt wird von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und dem Europazentrum Baden-Württemberg mit Unterstützung des Kultusministeriums Baden-Württemberg veranstaltet und beschäftigte sich in diesem Jahr mit dem Thema „Fluss und Menschen in Bewegung“.

Das Fremdsprachengymnasium „Exarch Iossif I“ aus Lovech und das Fremdsprachengymnasium „Romain Rolland“ aus Stara Zagora arbeiteten seit Ende Januar in Arbeitsgruppen mit Schulen aus mindestens zwei weiteren Ländern aktiv an einem gemeinschaftlichen Projekt rund um die Themen Migration und Nationalismus. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Aufgabe, sich virtuell mit ihren Partnerschulen darüber auszutauschen, was Begriffe wie „Europa“ und „Migration“ eigentlich für sie bedeuten und welche Rolle ihrer Meinung nach der wachsende Nationalismus für die Zukunft Europas spielt.

Die Erschaffung „Detschegariens“

Teilnehmende aus Lovech | © Eva Zick

Über die Lernplattform Moodle der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und Internettelefonkonferenzen tauschten die Jugendlichen Ideen, Texte und Bilder aus und hatten die Chance, sich trotz hunderter Kilometer Entfernung kennenzulernen. Umso größer war die Freude, als sich viele der Teilnehmenden in Ulm persönlich gegenüberstanden und sich endlich von Angesicht zu Angesicht ganz ohne technische Unterstützung unterhalten konnten.

Während der Woche in Ulm stellten alle Gruppen des DON@U-online-Projekts ihre Ergebnisse vor. Beeindruckend war die Vielfalt der unterschiedlichen und kreativen Produkte, die in knapp sechs Monaten Arbeitszeit entstanden sind. Neben selbstkomponierten Liedern, virtuellen Städtereisen und Videoclips entstand im Rahmen der Zusammenarbeit der drei Länder Bulgarien, Deutschland und Tschechien ein E-Book, in dem die Schülerinnen und Schüler die Traditionen ihrer Länder miteinander kombinierten, um ein neues Land „Detschegarien“ zu erschaffen.

Neue Freundschaften über Ländergrenzen hinweg

Abschlusspräsentation Don@au-Online | © Eva Zick

Neben dem kommunikativen Austausch in der Fremdsprache Deutsch gab es für Diana Stevanova, Deutschlehrerin in Lovech, noch einen weiteren Grund, der sie sofort von der Teilnahme am Projekt überzeugte: „Die Schülerinnen und Schüler benutzen täglich die neuen Medien, doch sie verwenden sie häufig nur als Kommunikationsmittel. Bei diesem Projekt lernen sie, die neuen Medien auch sinnvoll einzusetzen. Meine Schülerinnen und Schüler wissen jetzt, wie man ein E-Book erstellt und können neue Medien miteinander kombinieren, um kreativ und konstruktiv mit ihnen zu arbeiten.“

Zeitgleich nahmen die Schülerinnen und Schüler des DON@U-online-Projekts auch am Donaujugendcamp teil, bei dem in zahlreichen Workshops rund um Kunst, Geschichte, Politik, Akrobatik und Tanz das Theaterstück „Gegen den Strom“ geschrieben, inszeniert und im Rahmen der Abschlussveranstaltung uraufgeführt wurde.

Die Botschaft der Schülerinnen und Schüler war deutlich: Nur gemeinsam könne Europa stark sein und es sei die Verantwortung der jungen Generation, dies zu zeigen und aktiv zu leben. Das Projekt DON@AU-online hat dafür bereits einen wichtigen Schritt getan, denn für die beiden Lovecher Teilnehmer Tsvetoslava Nikolova und Hristiyan Hristov ist klar: „Wir haben vor unserem Besuch in Ulm gedacht, dass wir hier unsere Deutschkenntnisse verbessern können und waren neugierig auf unsere Partnerschulen. Jetzt fällt es uns schwer, Ulm zu verlassen, denn wir haben hier - unabhängig von nationalen Grenzen - viel gemeinsam erlebt und wertvolle Freundschaften geschlossen.“

Datum: 28.07.2016
Quelle: Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
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